Frank Vasseur – Source Saint-Antoine

Frank Vasseur ist Franzose und wurde 1968 in Montpellier geboren. Zur Speläologie, der Höhlenforschung, fühlte er sich früh berufen. Da er schnell einsehen musste, dass der Weg in Höhlen oft und schnell durch Wasser verbaut ist, begann er zusätzlich, 1984, im zarten Alter von 16 Jahren, eine spezielle Tauchausbildung. Ab 1986 wurde er in verschiedenen Tauch-Clubs in Montpellier aktiv, die sich aber ausschließlich mit dem Höhlentauchen beschäftigen.

Mittlerweile gehört er zu den bekanntesten französischen Höhlentauchern und – forschern, bildet auch selbst aus. Er betaucht Höhlen in Frankreich, Südosteuropa und Spanien. Er ist stellvertretender Chefredakteur eines Webzines, dem „PlongeeSoutMag.“ PlongeeSout ist gleichzeitig eine Vereinigung engagierter Höhlentaucher, die sich ativ verschiedenen, speläologischen Forschungsprojekten widmen.

Frank Vasseur wird uns mit seinem Vortrag in die Source Saint Antoine mitnehmen, tief unter der südfranzösischen Stadt Toulon. Der Name „Source“, also „Quelle“, ist etwas irreführend, da es sich eigentlich um ein Multilevel Höhlensystem handelt. Allerdings wurde das darin befindliche Wasser lange Zeit auch der Wasserversorgung der Stadt Toulon zugeführt.

Wie Vasseur selbst sagt „Die Source Saint Antoine ist eine sehr tiefe Erkundung. Es gibt dort Multi-Siphons und unser Weg führt durch trockene Höhlen hindurch. Wir müssen unseren kompletten Weg sicher vorbereiten, um neue Caveline zu verlegen und Seilrutschen vor Ort installieren, um damit leichter die Ausrüstung durch die Trockenpassagen transportieren zu können“.

Frank Vasseur möchte die Höhle erforschen, an Rekorden ist ihm nicht gelegen, obwohl zu erwarten ist, dass er nach dem Ende der von Bolanz dokumentierten Strecke Neuland betreten wird. Er sagt jedoch „Primär möchten wir unsere Erkenntnisse anderen Höhlenforschern und den Bewohnern von Toulon zuteilwerden lassen“.

Betaucht und erforscht wurde die Grotte bereits seit 1970, wobei dem Vordringen damals mangels geeigneter Ausrüstung enge Grenzen gesetzt waren. Die letzte Penetration erfolgte im Jahre 1989 durch Jean-Jacques Bolanz, bis zu einer Tiefe von 112 m. Bolanz erklärte damals, dass ein weiteres Vordringen nicht möglich sei, durch im Gang befindliche unüberwindliche Hindernisse.

Frank Vasseur und PlongeeSout glaubt, dass es dennoch weiter geht, da Bolanz damals OC tauchen musste und durch das Gas narkotisiert gewesen sein könnte und durch die ausgestossenen Blasen für Ablösungen an der  Höhlendecke und damit für Sicht Behinderungen beeinträchtigt gewesen sein könnte.

PlongeeSout hat daher nun lange daran gearbeitet, die erforderlichen Genehmigungen und einen entsprechenden Forschungsauftrag für ein neuerliches  Tauchprojekt zu bekommen. All das liegt nun seit 2016 endlich vor und die Vorbereitungen sind nun abgeschlossen und es wurden auch bereits erste Tauchgänge unternommen.  Der Eingang findet über einen künstlichen Zugang, direkt in den 3. Siphon, statt und dann beginnt eine JoJo Tauchstrecke zwischen 2 und 20 m Tiefe. Hiernach ist ein unterirdischer Saal zu Fuss mit der kompletten Ausrüstung zu durchqueren. Dies ist natürlich besonders beschwerlich. Nach dem Marsch und dem neuerlichen Einstieg ins Wasser des 4. Siphons, wird bis ca. 90 m Tiefe getaucht, wo eine starke Verengung zu überwinden ist. Danach beginnt der Abstieg bis zur Stelle an der Bolanz vor fast 30 Jahren aufgegeben hat.
Wir sind gespannt, wenn Frank Vasseur uns die bisher erzielten Ergebnisse präsentieren und dabei auf die Schwierigkeiten der Höhle und die Besonderheiten der Ausrüstung eingehen wird.

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